Mitmach-Aktion:  Kleine „Glücksmomente“ aus dem Alltag gesucht

Gegen den Lockdown-Frust hilft das „kleine Glück“: Aufmunternde Erlebnisse in nur 20 Worten suchen wir vom 4. Mai an. Wer mitmacht, kann mit barem Geld und Freude am geteilten Glück belohnt werden.

Hubert Kreke | OM-online

Die Bedrückung und die Erschöpfung sind überall spürbar: 13 Monate schon dauert die Corona-Isolierung an. Kinos, Kneipen und Konzerte – was Freude und Anregung schenkte, ist weggefallen. Der Verzicht auf persönliche Treffen mit Freunden fällt immer schwerer. Und dennoch erlebt jeder in dieser verrückten Zeit auch kleine „Glücksmomente“, die aufmuntern und Kraft geben.

Nach solchen ermutigenden Begebenheiten sucht die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention in Cloppenburg jetzt gemeinsam mit der Münsterländischen Tageszeitung (MT). Mitmachen kann jeder, der im Landkreis Cloppenburg lebt. Vom 3. Mai bis zum 6. Juni sind alle eingeladen, in nur 20 Worten ihren kleinen „Glücksmoment“ zu schildern, denn: Geteiles Glück ist doppeltes Glück.

In dieser Zeit liegt ein Flyer mit Teilnahmekarte in Behörden, öffentlichen Einrichtungen und auf Ladentheken aus. Aber auch E-Mails sind erwünscht, wo Kontakte vermieden werden müssen. Die Adresse, die Website und die Teilnahmemöglichkeiten erklärt die MT ausführlich in der nächsten Woche. Wer mitmacht, kann nicht nur einen persönlichen, sondern vielleicht auch einen finanziellen Glücksmoment erleben.

Jury vergibt Preise: 500 Euro als Hauptgewinn

Eine Jury, besetzt mit allen Projektpartnern, wählt die schönsten Alltagsermutigungen aus und vergibt Geldpreise. Die ersten drei Hauptgewinne: 500 Euro, 200 und 100 Euro in bar. Kleine Glücksmomente sind auch mit den weiteren Preisen möglich, darunter Restaurant- und Blumen-Gutscheine sowie eine Tour mit dem Alpaka. Die Preisverleihung ist für den 14.Juli vorgesehen – hoffentlich unter „gelockerten“ Bedingungen.

Um möglichst viele Glücksmomente zu verbreiten, wird die Münsterländische Tageszeitung schon im Laufe der Aktion Einsendungen veröffentlichen – als Aufmunterung in der Zeitung und auf om-online. Die Fachstelle wird das „kleine Glück“ in 20 „Pflaster-Plakaten“ auf dem Boden der Fußgängerzone in der Cloppenburger Innenstadt ausbreiten.

„Jeder kann so einen Glücksmoment gebrauchen.“Daniela Janssen, Fachstelle für Suchtprävention

Gedacht war die Aktion ursprünglich vor allem für Menschen, die jeden Tag eine Extra-Portion Ermutigung brauchen, um abstinent und frei von Glücksspiel, Alkohol und anderen Drogen zu leben, räumt Sozialpädagogin Melanie Schleussner-Abeltah ein. Bis Corona kam. Jetzt sei „ein guter Zeitpunkt“, alle Menschen anzusprechen, meint ihre Kollegin Daniela Janssen, denn: „Jeder kann so einen Glücksmoment gebrauchen.“ Die Isolierung treffe suchtkranke Menschen zwar besonders hart, „aber sie trifft alle“, betont Schleussner-Abeltah.

Blick auf kleine Erlebnisse stärkt Zufriedenheit

Um die eigene Zufriedenheit und Gesundheit zu erhalten, sei es wichtig, den Blick nicht in eine „Abwärtsspirale“ zu senken, sondern auf schöne, beglückende Augenblicke zu richten. Beispiele fallen den Frauen sofort ein: Ein Kind, das sie auf der Straße angelächelt hat, die wilde Schneeballschlacht im Januar, das Veilchen, das plötzlich im Garten blüht, obwohl‘s niemand gepflanzt hat, oder nur eine kleine, freundliche Bemerkung beim Bäcker.

Kaufleute, Offizialat und Stadt: Alle machen mit

Die Idee, solche Begebenheiten zu sammeln und zu teilen, hat rasch Unterstützer gefunden. Mit dabei sind die Stadt Cloppenburg und die CM Marketing GmbH der Kaufleute, die OM-Mediengruppe, zu der die MT gehört, und als „Schirmfrau“ die Cloppenburger Krimiautorin Margarete Bertschik. Als Sponsoren machen das Bischöflich-Münstersche Offizialat in Vechta, der Förderverein Suchtkrankenhilfe im Landkreis Cloppenburg und die Landessparkasse mit. Einige prominente Cloppenburger hat die Fachstelle angesprochen, um ihre Glückserlebnisse als Beispiele in der nächsten Woche zu veröffentlichen (natürlich ohne Teilnahme an der Prämierung). Wem spontan ein Glücksmoment einfällt, kann jetzt schon zum Stift greifen und vorab notieren.